Welt 06.07.2026
19:14 Uhr

Kubas Netz zusammengebrochen – zehn Millionen Menschen ohne Strom


Ein landesweiter Blackout legt Kuba lahm. Zehn Millionen Menschen sitzen im Dunkeln, die Regierung sucht die Ursache. Das marode Netz und die verschärften US-Sanktionen gegen Ölimporte treiben die Energiekrise der Insel auf eine neue Stufe.

Kubas Netz zusammengebrochen – zehn Millionen Menschen ohne Strom

Das nationale Stromnetz auf Kuba ist nach Angaben des Netzbetreibers UNE am Montagmittag zusammengebrochen. Rund zehn Millionen Menschen auf der Karibikinsel waren dadurch ohne Strom. Die Ursache des landesweiten Stromausfalls sei unbekannt und werde untersucht, teilte der Netzbetreiber mit. „Die lebenswichtigen Dienste bleiben trotz dieser komplexen Lage geschützt, die durch die Energieblockade, der wir ausgesetzt sind, zusätzlich verschärft wird“, erklärte Energieminister Vicente de la O Levy. Unterdessen warf Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel den USA vor, sie wollten „soziale Unruhen schüren, indem sie Kubas Treibstoffversorgung abwürgen“. „Die Arbeit der Elektriker inmitten einer völkermörderischen Energieblockade ist heldenhaft“, schrieb er auf X. Kuba leidet seit Monaten unter stundenlangen und in jüngster Zeit auch tagelangen Stromausfällen. Zum Teil gehen ‌sie auf ein marodes Stromnetz zurück. Teilweise liegt der Grund in der von den USA verhängten Blockade von Erdöllieferungen nach Kuba. Die Insel ist damit von der Treibstoffversorgung abgeschnitten, die Lage ihrer ohnehin schwer angeschlagenen Wirtschaft und ‌die Situation der Menschen haben sich noch verschlechtert. Die USA haben ihre seit Anfang der 1960er-Jahre bestehenden Sanktionen gegen Kuba im Januar dieses Jahres verschärft. Per Dekret von US-Präsident Donald Trump werden damit Staaten, ‌die direkt oder indirekt Öl ‌an Kuba liefern, bei Exporten in die USA dort mit Zöllen belegt.